Neuigkeiten

Maisanbau in Deutschland

12/05/2022
Bild: Verändert nach CC Alan Manson

Der Mais, auch Zea mays, stammt ursprünglich aus Mexiko, hat aber inzwischen weltweit in allen wärmeren Klimaregionen Fuß gefasst. Ein Grund für seine weitreichende Verbreitung ist neben dem hohen Biomasseertragspotential sicherlich auch die hohe Unkrautunterdrückungskraft nach Reihenschluss. Dies erlaubt einen Anbau mit wenigen Hackgängen oder maximal zwei Herbizidanwendungen.

In Deutschland erhielt neuerdings der Westliche Maiswurzelbohrer aus Richtung Südosten verstärkten Einzug. Dessen Fangzahlen haben sich laut Deutschem Maiskomitee e.V. (DMK) in Baden-Württemberg von 2018 auf 2021 verdoppelt. Der Maiszünsler hingegen ist schon einen Schritt weiter und hat sich von Baden-Württemberg und Bayern aus, inzwischen bis in den Norden ausgebreitet. Dies macht ihn zum wirtschaftlich bedeutendsten Maisschädling in Deutschland. Insbesondere eine neue Rasse, die sich in Baden-Württemberg bereits ausbreitet, könnte zukünftig ein Umdenken beim Pflanzenschutz, den Fruchtfolgen oder der Einstellung zur Gentechnik (Bt-Mais) erfordern. Dieser Genotyp schafft es innerhalb einer Wachstumsperiode zwei Generationen zu durchlaufen und sorgt so zusätzlich für immense Fraßschäden in den Kolben, verursacht durch die Raupen der 2. Generation.

Auch wenn die direkten und indirekten (Eintrittspforte für Pilzsporen) wirtschaftlichen Schäden durch Schadinsekten beachtliche Ausmaße nehmen können, kann bei gewissenhafter Stoppelbearbeitung und ausgewogener Fruchtfolge in Deutschland zurzeit auf ein Insektizideinsatz verzichtet werden. Gleiches gilt für den Einsatz von Fungiziden. Hier bewiesen 2014 bayerische Versuche, dass weder bei Behandlung gegen Maisblattdürre noch gegen Fusarien ein Mehrertrag bzw. eine Mykotoxinminderung im wirtschaftlichen Ausmaß festzustellen war. Laut JKI ist der Mais somit auch 2020 die Kultur mit dem geringsten Pflanzenschutzeinsatz in Deutschland. So lag der Behandlungsindex von Mais in diesem Jahr bei 1,9. Bezüglich der Umwelteinwirkungen ist hierbei außerdem zu beachten, dass fast ausschließlich Herbizide verwendet wurden und somit direkte Auswirkungen auf die Insektenpopulationen verhindert werden.

Doch worauf ist nun beim Anbau einer so pflegeleichten Kultur in Deutschland zu achten?

Hier sei zuerst die Sortenwahl genannt. Neben der Grundausrichtung als Silomais mit einer Betonung auf Gesamtbiomassenproduktion, Körnermais mit einem hohen Kornertrag oder Kombisorten, ist die Reifezahl für einen erfolgreichen Anbau zu beachten. Die s.g. nutzungsspezifische Reifezahl, früher auch FAO-Zahl genannt, beschreibt Reifeunterschiede zwischen den Sorten. Laut DMK entspricht eine Differenz von 10 Reifeeinheiten in mitteleuropäischen Verhältnissen ungefähr einem Reifeunterschied von 1 bis 2 Tagen, bzw. einen TS-Gehaltsunterschied von 1-2 % zum Reifezeitpunkt. Seit August 1998 wird laut DMK, mit Einführung der nutzungsspezifischen Reifebestimmung beim Körnermais der TS-Gehalt des Kornes berücksichtigt, während beim Silo, bzw. Futtermais, zusätzlich der Trockenmassegehalt der gesamten Pflanze berücksichtigt wird. Der Buchstabe S oder K vor der Reifezahl, beschreibt hierbei die geprüfte Nutzungsrichtung.

Sollten Sie neu in den Maisanbau starten, können Sie benachbarte Landwirte nach den vor Ort verwendeten Reifezahlen fragen oder aber anhand von Wetterstatistiken die täglichen Durchschnittstemperaturen von Mai bis September ermitteln. Alternativ kann mit den Tagesdurchschnittstemperaturen, durch Addition aller Temperaturen oberhalb von 6°C während der geplanten Wachstumsphase, eine Temperatursumme gebildet werden. Mithilfe dieser Daten und öffentlich zugänglicher Tabellen erhalten Sie nun eine vorgeschlagene Reifezahl. Beachten Sie, dass eine höhere Reifezahl zwar zu einer potenziell höheren Ertragserwartung führen kann, aber der Erntetermin hierdurch weiter nach hinten verlagert wird oder ein gewünschter Reifegrad gar nicht erst erreicht werden kann.

Zu beachten ist neben dem Erntezeitpunkt selbstverständlich auch der Legetermin. Eine anzustrebende Bodentemperatur im Legehorizont von über 8 °C sichert eine rasche Keimung und mindert somit Auflaufschäden durch Drahtwurmfraß an Maiskorn, Keimling oder Vegetationskegel.

2020 wurden laut stat. Bundesamt und DMK durchschnittlich 42 Tonnen Mais je Hektar, bei einer Trockenmasse von 35 %, geerntet. Bei einer derart hohen Biomasseproduktion stellt der Mais selbstverständlich auch hohe Ansprüche an eine durchgehende Wasser- und Nährstoffversorgung.

Fehlende Niederschläge können in der Schossphase zwar theoretisch noch durch Beregnung ausgeglichen werden, jedoch ist hier schnell die Grenze der Befahrbarkeit erreicht und Ertragsverluste durch engmaschig angelegte Schneisen sowie die sonstigen Beregnungskosten müssen gut gegenüber dem erwarteten Mehrertrag abgewogen werden.

Einfacher umzusetzen ist es hingegen, die Wasserspeicherfähigkeit sowie die Durchwurzelung des Bodenraumes zu steigern. So kann durch konservierende Bodenbearbeitung, regelmäßiger Kalkdüngung und der Vermeidung von Schadverdichtung während der org. Düngung, der Bodenbearbeitung und des Legens, die Wasserspeicherfähigkeit der Böden und das Wasseraneignungsvermögen der Maispflanzen erheblich gefördert werden. Ein positiver Nebeneffekt ist hierbei, dass Nährstoffe, wie das sehr immobile Phosphor deutlich besser erschlossen werden können. Nicht verschweigen möchten wir an dieser Stelle, dass wir aktuell an der Veröffentlichung eines neuen Biostimulators arbeiten, der Stresseinwirkungen auf das Pflanzenwachstum, während einer Trockenphase, signifikant mindern kann.

Da der Mais ausgesprochen wärmeliebend und unter heißen Bedingungen wassernutzungseffizienter als Getreide ist, wird seine Relevanz für Deutschland im Zuge des Klimawandels sicherlich noch steigen. Doch die eher kühlen Bedingung zu Beginn des Wachstums hemmen neben dem Sprosswachstum selbstverständlich auch die Wurzelbildung. Infolgedessen mangelt es zu Beginn vor allem an Stickstoff und Phosphor. Die charakteristischen violett gefärbten Blätter deuten hier schon auf eine akute Verzögerung der Entwicklung durch Phosphormangel hin. Während die Unterfußdüngung mit DAP bisher derartigen Mangelsymptome weitestgehend verhindern konnte, müssen insbesondere intensiv organisch düngende Betriebe den P-Gehalt der Unterfußdüngung reduzieren. Selbstverständlich kann der Phosphorbedarf von 70-80 kg Phosphat pro Hektar nicht nur mittels Unterfußdüngung oder Blattdüngung gedeckt werden. Da diese Böden aufgrund der guten Grunddüngung jedoch in späteren Stadien ausreichend Phosphor zur Verfügung stellen können, empfehlen sich hier ein oder zwei Blattdüngungsmaßnahmen, im Rahmen des Herbizideinsatzes. Eine derartige Strategie verhindert auch eine Konzentration der Wurzelmasse rund um den Unterfußdüngungsstreifen und steigert somit die Wasseraneignungsfähigkeit sowie die pflanzenerreichbare Phosphormenge im Boden, durch eine gleichmäßigere Durchwurzelung des Bodenraums.

Der Zinkversorgung des Bestandes sollte bei alkalischen Böden mit einem hohen Ton- oder Humusgehalt, Aufmerksamkeit geschenkt werden. Durch die Beteiligung an Hormon- und Proteinsynthese beeinflusst dieser Mikronährstoff nicht nur den Eiweißgehalt der Pflanze, sondern auch maßgeblich den Ertrag, sollte ein Mangel vorliegen. Da es für die Chlorophyllbildung und die Zelllängung benötigt wird, zeigen Pflanzen mit einem starken Zn-Mangel ein ausgeprägtes Zwergwachstum sowie chlorotische Streifen parallel zur Mittelrippe. Die jüngsten Blätter können sich in schweren Fällen fast vollständig weiß färben. Zink ist zusätzlich essenziell für den Calciumtransport, weshalb die Zellwand- und Membranstabilität weiterhin negativ beeinflusst wird. Dies kann wiederum in der Bildung von Nekrosen münden.

Auch die Verfügbarkeiten von Bor und Mangan sinken auf alkalischen Böden. Insbesondere die Manganversorgung ist auf diesen Böden von den Bodentemperaturen abhängig, da Manganoxid bakteriell reduziert werden muss. Folglich ist hier eine knappe Versorgung in kalten Frühjahren möglich. Manganmangel führt zur Beeinträchtigung der Photosynthese und somit zu einer blasseren Blattfarbe (oft in Streifenform) sowie einer Wuchsminderung. Zu beachten ist, dass eine beginnende ertragsmindernde Mangelversorgung nicht immer äußerlich anhand dieser Symptome erkennbar ist.

Bor hingegen spielt eine wichtige Rolle bei der Korn- und Pollen-Entwicklung des Maises sowie beim Zuckertransport. Die meisten deutschen Böden stellen ausreichend Bor zur ungehemmten Entwicklung des Maises zur Verfügung. Da der Abbau von organischem Material die Hauptquelle für pflanzenverfügbares Bor im Boden ist, sind jedoch sandige, humusarme Böden für einen B-Mangel gefährdet. Bei auffallend verkürzten Internodien ist eine Bodenuntersuchung mit Hinblick auf die Mikronährstoffversorgung zu empfehlen. In Extremfällen treiben neue Sprosse aus den Blattachseln. Wenn es faktisch bereits zu spät ist, sind Kolben mit tauber Spitze zu beobachten, weil zuvor die Fruchtbarkeit erheblich gemindert wurde.

Ein interessantes Nährstoffmangelsymptom ist auch auf dem Thumbnail dieses Artikels zu erkennen. Insbesondere Maisbestände auf leichten, sauren Böden sind für eine Mangelversorgung mit Molybdän anfällig. In Folge einer verminderten Aktivität der Nitratreduktase kommt es zu einer Nitratansammlung im Maiskorn. Wie auf dem Bild zu erkennen, kann dies zu deutlich verfrühter Auskeimung, s.g. Auswuchs, führen. Weniger spezifisch sind früher auftretende Symptome, wie verminderter Wuchs und Blattnekrosen.

Um Ihren Maisbestand vor Phosphor- und Zinkmangel zu schützen, können wir Ihnen Complesal® P Max wärmstens empfehlen. Unser Complesal® B Max pH hingegen empfiehlt sich bei einem vorherzusehenden oder beginnenden Bormangel, versorgt die Pflanze aber weiterhin mit schnell verfügbarem, EDTA-chelatisiertem Mangan und Molybdän. Beide Suspensionen puffern den pH-Wert der Spritzbrühe auf pH 7. Gleichzeitig wird das Wasser durch die Chelatisierung von Ca2+ und Mg2+-Ionen enthärtet. Neben der schnellen und sicheren Düngewirkung sichern diese Complesale® somit zusätzlich die Wirkung der eingesetzten Pflanzenschutzmittel, indem sie das Wasser konditionieren. Aufgrund der guten Mischbarkeit können wir Ihnen deshalb empfehlen die nötigen Nährstoffe in Form von Complesal® P Max und/oder Complesal® B Max pH in einer Tankmischung mit den Herbiziden zu verwenden.

Falls Sie Fragen zu den Complesal®-Produkten haben, stehen Ihnen selbstverständlich unsere Mitarbeiter telefonisch und per E-Mail zur Verfügung.

Tel.-Nr.:           +49 173 7627701
E-Mail:             service@uniferx.de